Leider müssen die Veranstaltungen vom November und Dezember auf das nächste Jahr verschoben werden. Genaue Termine werden wir rechtzeitig bekannt geben.

Aktuell möchten wir auf unseren Jahreskalender hinweisen mit Zeichnungen von Petra Kaster und Texten von Martin Stobbe.



Infos und Bestellung
> Januar <


30.1.2021

Christianskirche Ottensen
im Rahmen der Konzertreihe „forumJetztMusik“


Non Places

Kammermusiktheater

Konzept und Musik Ruta Paidere

Inszenierung Jean-Claude Mondot






Klang ist schwer zu fassen und, objektiv gesehen, entschwindet er in dem Moment, in dem er erklingt. Dennoch hat jeder Ton seinen Raum - irgendwo in den schwer fassbaren Zwischenbereichen auf einem unsteten Boden formt sich seine Identität.

Es ist ein transitiver Raum, in dem sich die Wirkung des Klanges entfaltet. Darin erkenne ich eine deutliche, poetische Parallele zur heutigen Welt: der Begriff „Heimat“ ist mehrdeutig oder symbolisch geworden, es kann ein Ort oder Nicht-Ort sein, der ganz und gar außerhalb der geographischen oder familiären Grenzen liegt. Ein Graubereich, mehr spürbar als definierbar. So ist die Kartographie des musikalischen Klanges überraschender Weise zu einer nachvollziehbaren Metapher für die Zugehörigkeitssuche dieser Zeit geworden.

Die strukturierende Idee meiner Konzertperformance ist, den Wunsch nach einem Ort der Zugehörigkeit zu thematisieren, fur einen Moment die Zwischenraume auszuleuchten und zu vergrößern. Die ausgewählten kammermusikalischen Werke sind Markensteine (m)einer Musikerbiographie. Sie sind sehr unterschiedlich in ihrem Ausdruck, ihrer Textur und ihrer Besetzung, dennoch bewegen sie sich in einem kompakten ästhetischen Raum und zeigen somit die intensiven Bemühungen, eine eigene im Klang basierte Identitat zu finden.

Der gefundene Raum entschwindet zwar, wenn der Klang vorbei ist. Doch der imaginäre Ort bleibt, und am Ende ist er wahrscheinlich realer als der womöglich nie aufhörende Wunsch, an irgendeinem konkreten Ort „anzukommen“.

Während der Entstehung des Konzepts erschien es mir notwendig dennormalen Konzertablauf, Musik-Applaus-Musik-Applaus..., aufzubrechen und in Richtung
Kammermusiktheater zu entwickeln. So ergab sich die Idee einer Zusammenarbeit mit Jean-Claude Mondot, der für die optische und dramaturgische Gestaltung verantwortlich sein wird.

Zu den beteiligten Musikern:
Theodor Sink ist einer der besten Violoncellisten Estlands (u.a. Konzertmeister der Cello-Gruppe des Nationalen Symphonieorchesters) und ebenso Mitglied einer Rockband.
Eva Zöllner wiederum ist eine der führenden Akkordeon-Stimmen der Gegenwart, eine Nomadin mit einem weltweit aktiven Konzertleben.
Die Berliner Fabia Mantwill ist eine etablierte Jazz-Sängerin, Saxophonistin und Komponistin, die einen ungewöhnlichen Stimmumfang hat und neben Komposition auch als Orchesterleiterin aktiv ist.

(Ruta Paidere)