Adolf Maennchen (1860 - 1920)
Albert Maennchen (1873 - 1935)
Zwei Maler der Jahrhundertwende

27. November bis 19. Dezember 2021
Eröffnung am 26. November um 19.30 Uhr



Die Schaffensphase der beiden Maler erstreckte sich vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die Weimarer Zeit hinein.
Die Arbeiten von Adolf Maennchen sind den naturalistischen Tendenzen verpflichtet mit impressionistischen Elementen und teilweise mit realistischen Sujets, wie in dem Bild „Die Todesstunde“, das sich im Besitz der Berliner Nationalgalerie befindet. Adolf Maennchen war Professor an der Kunstakademie Düsseldorf und erhielt nationale und internationale Auszeichnungen.
Der jüngere Bruder Albert Maennchen ist ein Vertreter des Jugendstils. Er bezeichnete sich als „Schöpfer von Raumkunst“, er gestaltete große, repräsentative Räume mit monumentalen Figurationen, verwoben mit abstrakter Ornamentik bis hin zum Gebrauchsgegenstand, im Sinne des für den Jugendstil zentralen Konzepts des Gesamtkunstwerks. Als Beispiel möchten wir seine Arbeiten für den deutschen Pavillon auf der Pariser Weltausstellung von 1900 erwähnen. Auch er erhielt internationale Auszeichnungen und wurde ehrenhalber zum Professor ernannt.

Weitere Daten zum Leben, den Aufträgen und Auszeichnungen finden Sie unten in den biografischen Zusammenfassungen.

Im Zentrum unserer Ausstellung stehen die Zeichnungen von Albert Maennchen, begleitet von kleineren Öl- und Temperaarbeiten der beiden Brüder. Die raumgestaltenden Entwürfe und Cartons zu den Wand- und Deckengemälden, die hier teilweise abgebildet sind, werden wir nächstes Jahr in unserer Galerie zeigen.
Die Auswahl der Arbeiten findet in Zusammenarbeit mit dem Präsidenten der Musikhochschule und Komponisten Prof. Elmar Lampson statt, Enkel und Großneffe der Künstler, in dessen Besitz sich der Nachlass befindet.




Galerie Stobbe-Paidere-Mondot
Kiebitzhof 6, Haus G / 22089 Hamburg
27. November 2021 bis 9. Januar 2022
Eröffnung am 26. November um 19.30 Uhr mit einführenden Worten von Prof. Lampson und frühen Kompositionen aus seinem Werk.
Ab dem 27. November ist die Ausstellung an den Wochenenden von 14.00 - 19.00 Uhr geöffnet. Innerhalb der Woche nach Terminabsprache unter stobbe@stobbe-paidere-mondot.com
Website: stobbe-paidere-mondot.com

Die nachstehenden Informationen sind der 2006 erschienenen Monografie von Alfred Meurer über Albert Maennchen entnommen.
Die Auszüge stammen aus Biografien, die Albert Maennchen selber verfasste.

Adolf Maennchen
Maler, Professor an der Akademie Düsseldorf, geboren am 7. Sept. 1860 in Rudolstadt. gestorben am 30. März 1920 in Düsseldorf, lebte von 1882-90 in Berlin. 1890-1892 in Halle, 1892-1902 in Danzig, 1902-1919 in Düsseldorf, 1919-1920 in Berlin.
Erlernte das Malerhandwerk in Rudolstadt, ging 1878 auf die Wanderschaft, kam nach Leipzig, Dresden, Wien, Breslau, Dresden und Berlin, arbeitete als Malergeselle in diesen Städten - studierte
1880-1881 an der Kunstgewerbeschule in Dresden und Berlin.
1883-1887 studierte er an der Hochschule für bildende Künste, Berlin unter Helquist, machte 1888-1890 Studienreisen nach Italien und Nordafrika -
1890-1892 Lehrer für dekorative Malerei in Halle,
1892-1902 in gleicher Stellung in Danzig -
und 1902-1919 Professor der Akademie in Düsseldorf -
verunglückte tödlich am 30. März 1920 während der spartakistischen Unruhen durch die Strassenbahn in Düsseldorf.
Auszeichnung:
1896 Professor, ehrenhalber
1896 goldene Staatsmedaille für Kunst Berlin
1897 " " München
1900 " " Paris
1904 " " St. Louis


Albert Maennchen
, Professor. Maler.
(Porträtmaler, Figurenmaler. Landschaftsmaler, Ornamentiker,
Radierer, Graphiker und Schöpfer von Raumkunst.)
98-98 studierte er an der Hochschule für bildende Künste in Berlin. wird er vom Verein Dresdener Architekten nach Dresden gerufen, um dort für Dresdener Architekten grosse Wand- und Deckenbilder zu malen und für Raumkunst tätig zu sein. Sept. 1899 erhielt er einen Ruf als Professor an Kgl. Kunstgewerbeschule in Dresden und von der sächsischen Regierung als Vorsteher eines Meisterateliers für dekorative Malerei.
….
1900 schuf er im Auftrag der Deutsch. Regierung auf der Weltausstellung Paris 1900 die Malereien der Terrasse vor dem Dt. Weinrestaurant und das Deutsche Weinrestaurant im Deutschen Haus. Im Auftrag der E.A.G. die zwei Wandgemälde „Elektrizität“ und „Arbeit“, sowie das Kuppelgemälde auf der Weltausstellung Paris 1900. Pavillon de Nernst der AEG.
1901 malte Albert Maennchen das Restaurant Cloub Francais. Paris Boulevard
1902 schuf er im Auftrag des Pr. Regierung die Wandgemälde im Repräsentationsraum auf der Int. Ausstellung für dekorative Kunst in Turin.
1902 schuf er die architektonische Gestaltung eines Ausstellungssaales Kunst-Ausstellung Düsseldorf.
1904 Auf der Weltausstellung St. Louis im Auftrag der Dt. Regierung schuf er das Wandgemälde am Eingang zur Dt. kunstgewerblichen Abteilung und wurde von der Deutschen Regierung mit der gesamten künstlerischen und malerischen Leitung des Baues aller Deutschen Abteilungen auf der Weltausstellung St. Louis beauftragt. …
1905 malte Alb. Maennchen die St. Pauliskirche Berlin aus und schuf die Malereien im Berliner Konzerthaus „Clou“ Mauerstr..

1913 1. Preisträger in dem allgemeinen von der Preuss. Regierung ausgeschriebenen Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen von Monumentalgemälden im Plenar-Fest- und Sitzungssaal des Kammergerichts. Preisgericht: Pr. Landeskunst-Kommission. (I. Preis und der Auftrag zur Ausführung dieser Monumentalgemälde wurde von allen 25 Preisrichtern. also einstimmig erteilt.)
1915/18 schuf er die Fresken im Auftrag des Preuss. Kultusministers und der Preuss. Regierung im Plenar-Sitzungs- und Festsaal des Kammergerichts Berlin. Heinrich von Kleiststrasse.




zurück zum Index