Le retour provisoire / Die vorläufige Rückkehr

Ein Bild und seine Vorgeschichte
„Wenn Sie nicht achtgeben, werden die Gegenstände von Ihnen Besitz ergreifen.“

(Manuel de Pedrolo,
Cruma)
Die Vorgeschichte
Deutsche Fassung

English subtitles

Das Bild


Latexdruck auf Plane, Acryl auf Leinwand, Videoprojektion, 305 cm x 402 cm

Fragen richten Sie bitte per Email oder telefonisch an die Galerie:
stobbe@stobbe-paidere-mondot.com
040 4600 6300
Das Textmaterial
Robert Musil, „ Der Mann ohne Eigenschaften“:

„... die wissende Ahnung, etwas, das weder Wissen, noch Einbildung ist, aber auch nicht Glaube,
sondern eben «jenes andere», das sich diesen Begriffen entzieht.“

Man erblickt sich heute nicht in ganzer Figur
und man erblickt sich nie in ganzer Figur
das ist es eben.
Man soll die Wirklichkeit abschaffen.

„Eindeutigkeit ist das Gesetz des wachen
Denkens und Handelns, ...
Das Gleichnis dagegen ... ist die gleitende
Logik der Seele, der die Verwandschaft der
Dinge in den Ahnungen der Kunst und Religion
entspricht.“

„Was ich gesagt habe, heißt aber,
man muß sich wieder der Unwirklichkeit bemächtigen;
die Wirklichkeit hat keinen Sinn mehr!“.



Fernando Pessoa, „Das Buch der Unruhe“:

In Abständen folgt ein Leuchtkäfer dem anderen.
Ringsumher Finsternis.
Das Land liegt da, wie eine große Abwesenheit von Lärm.
Und es riecht beinahe angenehm.



Claire und Iwan Goll, „Meiner Seele Töne“:

Ich komme Donnerstag 1/2 5 zurück...
Ich bringe Vorhänge, Geschirr und viel Liebe mit.

Ich bin immer mit Dir,
wärme mich an Deinen Augen

Du bist immer mit mir



Gustave Flaubert, „Madame Bovary“:

...und mitten in der Stille gab es leise gesagte
Wörter, die auf ihre Seele fielen.

Sie fühlte etwas Wunderbares, wo alles
Leidenschaft, Ekstase und Rausch sein würde.



Michelangelo Buonarotti, Sonette:

In deinem Wille ist mein Wille drin,
mein Denken wird in deiner Brust bereitet,
in meine Worte weht dein Atem ein.



Richard Wagner, „Tristan und Isolde“:

Himmelhöchstes
Weltentrücken!
Mein und dein!
Ewig, ewig ein!



Condesa de Dia, Estat ai en greu cossirier (13. Jhdt.):

Ihm geb’ ich hin mein Herz und meine Liebe,
Vernunft, Augen und mein Leben.



Georg Büchner, Leonce und Lena

Schöne Leiche, du liegst so lieblich auf dem Bartuch der Nacht, dass die Natur das Leben haßt
und sich in den Tod verliebt.


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Zur Musik
Jānis Petraškevičs,
Moon für Noh Gesang und Violoncello,
vollständige Komposition aus der Orangenszene:
https://soundcloud.com/petraskevics/moon-for-noh-voice-and-violoncello-2019

Homepage des Künstlers:
http://janispetraskevics.com
Ungeschnittene Schreibmaschinenperformance von Tilo Weber, Komponist und Schlagzeuger aus Berlin.
Homepage des Künstlers:
https://tiloweber.de